Kritzel 2019
jeweils 70 x 50 cm
 

1/2
Zeichnungen 2018
21 x 29,7cm
 
Knoten
Malerei 2018
 

Ausgangspunkt der Bilder sind kleine, schnelle Kritzelzeichnungen: Verdichtungen und Verknotungen, Energiebündel und flüchtige Zeichen.

Diese werden anschließend stark vergrößert in einen Linolschnitt übertragen. Eine Verzögerung, eine Verlangsamung findet statt, die kleine, intime und flüchtige Geste erscheint verwandelt in der großen und festen Form des Hochdrucks.

Der Druckvorgang leitet allerdings wieder eine Transformation und Verschiebung ein, die Farbe wird improvisiert mit dem Pinsel aufgetragen, die Linolplatte wird auf die am Boden liegende Leinwand geworfen und in einem schnellen Akt mit Körpergewicht gedruckt. Der malerische Druckprozess schafft eine Distanz zwischen der unmittelbaren Handschrift und dem Ergebnis, das als Spur einer offengelegten Handlung zu sehen ist.

"fort-da"
Malerei 2017
 

1/3
Zeichnungen 2016-18
29,7 x 21cm
 
Bilder 2014/2015
"...Auf den Prozess des Malens verweist auch die Serie mit Linoldruckbuchstaben: Einem ablesbaren Sinnzusammenhang enthoben stehen einzelne Buchstaben, in hartem Schwarz auf die Leinwand gedruckt, im Spannungsfeld zu pastelligen Farbflecken und Übermalungen. Malerische Eingriffe löschen einzelne Buchstaben wieder aus und verbergen die darunterliegenden Zeichen. Als grafische Gestalt und spielerisch-rhythmische Komponente verbindet sich Sprache in den Arbeiten mit Malerei und lädt den Betrachtenden in ihrer poetischen Offenheit zu neuen Assoziationen ein."
(Laura Lang)
"River of no return"
2006
 
Ausgangspunkte für die Serie von insgesamt 20 Bildern waren filmstills aus dem bekannten Film "River of no return" mit Robert Mitchum und Marilyn Monroe. Zentrale Episode in dem Film ist die Floßfahrt auf einem reißenden Fluss; Mann, Frau und Kind sind den Naturgewalten ausgesetzt.
Die Floßfahrt wechselt zwischen ruhigen Passagen und aufgewühlten, bewegten Momenten. Inhaltliche und formale Aspekte verschränken sich, die Malerei bewegt sich zwischen Figur und Auflösung.

 

 

"Berggasse 19"
2000
Die Ausstellung war für die beiden, sich gegenüberliegenden Räume der Galerie Marquard in München konzipiert worden. 2 große Bilder (je 200 x 300 cm) zeigen Variationen desselben Motivs, der berühmten Couch Sigmund Freuds nach einem Foto, das kurz vor Freuds Flucht nach England in der Berggasse 19 in Wien aufgenommen wurde. Die beiden Bilder konnten in der Ausstellung nicht zusammen gesehen werden, der Besucher der "geteilten" Ausstellung mussten die Straße überqueren, um das jeweils andere Bild zu sehen. Eine Verdopplung, Spiegelung und Wiederholung fand auf verschiedenen Ebenen statt.
 
Rede zur Ausstellungseröffnung

 

"The last performance", 1999
 

"Messerwerfer und Tomahawks schwingende Wilde, tollkühn dahinjagende, auf ungesattelten Mustangs reitende Indianer scheinen das romantisch verklärte Klischee vom Wilden Westen zu beleben ... Doch all dies geschieht seltsam gebrochen, verschleiert, als wenn das Auge den flüchtigen Augenblick nur kurz festhalten kann. Die Bilder verschwimmen ...; die Überlagerung von Bildschichten irritiert und verunsichert... "

 

(Peter Prange über Jess Walter)

 

Text Peter Prange PDF

 

 

 

 

"Villa Shatterhand", 1998
 

"Jess Walter 'behandelt' Bilder von Karl May, in denen dieser sich selbst behandelt, indem er fotografisch in der Pose der Verkleidung und inmitten der Requisiten und Ausstattungsstücke seiner Helden 'aus fernen Ländern und Völkern' auftritt, also in einem weiteren Akt der Selbstinszenierung, gleichsam zweiter Ordnung, in seine eigenen ausgreifenden Selbstphantasmatisierungen hineinschlüpft..."

 

(Thomas Hoelscher über Jess Walter)

 
Text Thomas Hoelscher PDF
 

 

"Sissi"  1998
 

"Ausschlaggebend für die Bildwürdigkeit des Darstellungsgegenstands ist hier jedoch nicht die Affirmation oder nostalgische Motivation, vielmehr wird der Bildinhalt durch die Verflechtung von Film, Fotografie, Drucktechnik und Malerei freigesetzt und medial gebrochen."

 

(Patrizia Drück über Jess Walter)

 

Text Patrizia Drück
 

 

"Ohio'65", 1994
 

"Die mehrfachen Schichtungen, die Jess Walter uns präsentiert, zeigen nicht nur, dass die Geschichte, die jemand über sich selbst erzählen möchte, immer transfomiert werden kann, sondern wichtiger noch, dass ein Moment der Verweigerung in jede Selbstpräsentation eingebaut ist, weil sich nämlich jede beabsichtigte Geschichte im Verlauf der Darstellung so leicht zu einer bloßen Form auflösen kann."

 

(Elisabeth Bronfen über Jess Walter)

 
Text Elisabeth Bronfen PDF